Viertes Dialogforum „Hessen hat Familiensinn“ in Bad Nauheim

27. Oktober 2017

Familienminister Grüttner: „Jugendliche waren heute Experten in eigener Sache im offenen Dialog mit Politik, Fachöffentlichkeit und Zivilgesellschaft“

Bad Nauheim. Unter dem Titel „Kinder und Jugendliche“ fand am Donnerstag das vierte Dialogforum „Hessen hat Familiensinn“ in der Landesärztekammer statt. Familienminister Stefan Grüttner und die Journalistin Bärbel Schäfer eröffneten die Veranstaltung gemeinsam. Der Staatsminister betonte, dass es ihm besonders wichtig sei, dass „auch Jugendliche heute mit diskutiert haben und Experten in eigener Sache waren.“ „Das zeigt, wie wichtig uns der echte und ergebnisoffene Dialog ist. Nur so können wir erfahren, welche Weichen wir in der Familienpolitik schon richtig gut gestellt haben und wo wir möglicherweise andere Akzente setzen müssen. Das ist bei Kindern und Jugendlichen besonders wichtig, weil sie ihre Welten in der Regel nicht selbst bestimmen können. Umso mehr sind sie auf besonderen Schutz und gute Rahmenbedingungen beim Aufwachsen angewiesen.“

Besonders im Fokus stand der Wunsch der Jugendlichen nach mehr Treffpunkten wie Jugendzentren, d.h. Räume außerhalb von Institutionen wie Schulen und Vereinen, die sie nutzen  können. Zudem besteht großer Bedarf nach einem erleichterten Zugang zu Praktika in Unternehmen und die jungen Menschen wünschen sich eine lebensnahe Wissensvermittlung in der Schule. Dazu zählen Dinge wie Vertragsgestaltung in Punkto Kaufen, Mieten oder bspw. Bewerbungsgespräche. Die Elternseite hat großen Bedarf an Arbeitszeitmodellen, die ihrer Situation Rechnung tragen mit Blick auf flexible oder Heimarbeitsarbeitszeiten. Die finanzielle Entlastung in Krippe und Kindergarten war ebenfalls ein durchgängiger Wunsch und es wurde begrüßt, dass die Landesregierung ab August 2018 alle drei Kindergartenjahre nunmehr in den Kernzeiten (sechs Stunden) beitragsfrei stellt. Dazu sagte der Famliienminister: „Wir haben immer gesagt, wenn das Land die finanziellen Mittel hat, werden wir die Familien entlasten. Denn man kann immer nur ausgeben, was man auch hat. Ich freue mich, dass wir nun soweit sind.“

 Bärbel Schäfer sagte nach der Veranstaltung: „Das heutige Schwerpunktthema ist von besonderer Bedeutung. Die Kinder und Jugendlichen sind die Zukunft unserer Gesellschaft. Auf diesen Themenschwerpunkt war ich von Beginn an besonders gespannt. Ich bin selbst Mutter und weiß wie schwierig es ist, in der heutigen Zeit arbeiten zu gehen und zeitgleich die eigenen Kinder zu selbstständigen und selbstbewussten Menschen zu erziehen. Ich halte die Dialogforen für ein geeignetes Format dafür, Ideen und Maßnahmen zu entwickeln, die genau dort ansetzen, wo Hilfe benötigt wird und freue mich auf die Diskussionen.“

 Im Rahmen des vierten Dialogforums wurden – wie bei den ersten drei Foren – insgesamt vier Unterforen mit unterschiedlichen Schwerpunkten gebildet. Diesmal wurden die Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen aus Perspektive der Eltern bzw. aus der Perspektive der Kinder und Jugendlichen beleuchtet. Zudem waren „Bildung und Betreuung für Kinder und Jugendliche“ sowie „Gutes Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen heute“ die zentralen Themen, für die sich die Teilnehmenden entscheiden konnten.

 „Das Format der Dialogforen hat sich von der ersten Veranstaltung an sehr bewährt. Es ist jedes Mal ein sehr intensiver und vor allem konstruktiver Dialog zwischen Politik, Fachöffentlichkeit und den Bürgerinnen und Bürgern entstanden und die Ergebnisse können sich schon heute sehen lassen. Und durch dieses heutige Dialogforum sind nochmals neue Ideen und Impulse hinzugekommen. Ich freue mich auf die nun folgende Arbeit der Kommission, aus den vier Foren in diesem Jahr Maßnahmen für die Hessische Familienpolitik abzuleiten“, so der Familienminister.

 „Besonders gut hat mir gefallen, dass neben den Erwachsenen auch zahlreiche Jugendliche unter den Teilnehmenden waren und ihre Perspektive selbst vertreten konnten. Das ist nicht selbstverständlich und zeigt, dass die Dialogforen diejenigen erreichen, die als Experten in eigener Sache am besten wissen was Sie brauchen“, bilanzierte Schäfer.

 Die Ergebnisse des vierten Dialogforums werden wie bei den bisherigen Dialogforen an die eigens gegründete Kommission „Hessen hat Familiensinn“ weitergeleitet und dort abgestimmt. Die Kommission wird daraufhin Handlungsempfehlungen aussprechen, die sich an Politik, Fachöffentlichkeit und Zivilgesellschaft richten werden. „Ich bin sicher, dass sich ein sehr breites Band verschiedenster Handlungsempfehlungen ergeben wird, mit deren Hilfe wir den Alltag der Familien in Hessen weiter spürbar verbessern möchten. Das gilt für all die unterschiedlichen Lebenswirklichkeiten, über die wir in den vier Foren gesprochen haben. Heute waren es die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen, in anderen Foren ging es um die ältere Generation oder die Herausforderungen, vor denen Eltern stehen. Wir werden uns weiterhin sehr engagiert einsetzen, denn es gilt: Hessen hat Familiensinn.“